Treffen der ehemaligen Jungenschaftler

17. - 18. September 2016

Traditionen pflegen, Traditionen (er-) schaffen

Die Alten Herren des CVJM W’alfingen waren wieder auf ihrer September-Tour zu den alten Wirkungsstätten rund um Rechenberg. Das machen sie nun schon einige Jahre. Die Schwäbische Post schreibt am 18.09.2016:
„Die Geranien am Brunnen in der Ellwanger Marienstraße lassen Blütenblätter ins Wasser fallen. Zeichen, dass es Herbst wird. Und Mahnung, dass sich das Leben nicht festhalten lässt. Vanitas heißt dieses Motiv in der Kunst.“
Die alten Herren setzen eine aktive Rüstzeit dagegen und schwelgen in den Jugenderinnerungen und sprechen über Lebenslinien und die aktuelle Politik im Großen wie im Kleinen. Weißt Du noch? Wie hieß der noch? Und wie geht es deinem Bruder? Ein Voraustrupp war erst bei Königin Olga in der Karlstrasse und im Archiv von Ellwangen bis dann gegen 12°° fast alle in Rechenberg einliefen. Nach den Turnübungen für die Unterkunft („eigenes Bett bauen“) ging es zum Hirsch nach Wildenstein. Kutteln essen war angesagt und das weitere Programm besprechen. Wer sein Grillfleisch wiedermal vergessen hat, konnte das dort auch nachholen. Das reservierte Kaminzimmer in der Rechenberger Unterkunft hat zwar nur einen Schlot ohne Feuerloch, hat aber einen guten Kühlschrank. Einer hat das Wasser von Wasseralfingen mitgebracht und das Holz für das Lagerfeuer war auch schon geliefert. Wasser von W’alfingen? Nah, Löwenbräu! Und hat das mit dem Lagerfeuer geklappt? Klar gelernt ist gelernt mit 3x A4 und besonderem Holz: Flammen bis in die dunkle Nacht ohne 2. Anlauf.
Das Grillfleich wurde diesmal vor den anschleichenden Katzen konsequent verteidigt. Im Dunkel alte Lieder gesungen nicht nur der erste Vers und alles ohne Brille – man hätte bei dem Licht sowieso nichts gesehen. Bei Lagerfeuer und Klampfe wurde traditionell auch über die Aktionen und Beziehungen des CVJM W''alfingen in Sachen Jugendarbeit berichtet.
Warum einer der älteren Herren um 22:30 Uhr noch 30 Minuten nach Wlan gesucht hat --- wir wissen es nicht. Vermutlich wollte er BBC news noch wichtige Nachrichten melden.
Samstag, nächster Tag: Frühstück aber ausgiebig und vom vielen diskutieren wurde der Kaffee kalt. Dann Schönenberg Ellwangen mit der Krippe in der Hoch-Absis und der Weiterbildung: Was ist ein Labyrinth und was ein Irrgarten? Nein, die Eiserne Hochzeit von Anton u. Magdalene Schäffler in der Gnadenkapelle haben wir nicht gestört. Wir haben lieber etwas getan was man nur in ganz wenigen Orten tun kann. Aus der katholischen Basilika am Markt ging es durch die 1997 geschaffene ökumenische Pforte VOS IGITUR PER QUOS REGITUR DOMUS ISTA NOTETIS NE PEREAT. SI NON HABEAT SUA IURA LUETIS (Ihr, durch die dieses Gebäude verwaltet wird, achtet darauf dass es nicht zugrunde geht. Wenn ihr nicht auf sein Recht bedacht seid, müsst ihr es büßen) in den protestantischen Teil - dem Alten Stift.
Bei der evangelischen Stadtkirche wieder raus.
Nach der neuen Tradition „Kutteln essen“ wurde eine weitere neue Tradition begonnen: „Zwetschgen-Kuchen aber bitte mit Sahne“ statt Mittagessen.
Und was macht man, damit die frische Sahne auf dem blechwarmen Zwetschgenkuchen nicht verläuft? Ganz einfach - schneller essen.
Deshalb Zwetschgenkuchen im Café Omnibus = für alle. Ein ganzes Blech.
Wenn der Bauch voll ist, wieder etwas für den Kopf:
Alamannenmuseum
Kern der Sammlung sind Funde, die seit 1986 bei Lauchheim ergraben wurden. Weil aus dieser Zeit bis 500 n. Chr. kaum schriftliche Zeugnisse der Alamannen vorhanden sind, muss die suchende und die experimentelle Archäologie herhalten. Indirekt entsteht ein Bezug zum aktuellen Geschehen den diese Siedlung war südlich des Limes auf dem Gebiet von Pax Romana.
Die Wettergrenze setzte nun allen zu und husch – husch wieder in die JuHe nach Rechenberg mit dem Wissen, dass nächsten Herbst dort die Bauarbeiten laufen, vielleicht.
Abendessen, wieder mit Diskussion über Vergangenes und Künftiges. Danach Besuch der Bildkapelle von Matzenbach. Das Haller Tagblatt hat am 25.09 2015 von dieser Stätte berichtet.
"Der sechste Weg führt in den Tod"
Legenden vom Geist des Brandjockele, einem erhängten Mönch und einer mysteriösen Kreuzung haben im Matzenbacher Wald eine Art Gespenstertourismus entstehen lassen. Viele Einheimische hätten lieber ihre Ruhe. Wir haben nur die Bildkapelle besucht. Obgleich auch ganz ökumenisch „Lux lucet in tenebris“ gesungen. Karl erklärte die Kirchenfenster mit Panzer und wir sprachen über eine Irrfahrt zur nahe gelegenen Stockener Sägmühle.
"Ah i han halt denkt: Bei der Autonummer! Das muss der Hans-Martin sein. Dem fahr i nach, war aber ein Landwirt, der nur auf seinen Hof wollte." Also mehr Irrgarten als Labyrinth.
Wieder zurück, muss der Brandjockele doch zugeschlagen haben.
Nach dem Kaminzimmerabend:
Autoschlüssel ist weg. Hier nicht und da nicht. Durch welche Kraft die Schlüssel so schnell nach Stuttgart kamen wir wissen es nicht wirklich.
Aber konzertierte Aktionen unter Freunden haben ihn dann doch schnell wieder herbeigezaubert. Wie? Das hat am letzten Tag beim Frühstück unser Nick blitzt sauber analysiert.
Welcher Nick ? Na der Nick Katterton. Aber das ist eine andere Geschichte.
Alle haben sich auch im fortgeschrittenen Alter wieder als Minimalisten bewährt, weil gelernt ist gelernt. Duschen im Souterrain = 2 Stockwerke tiefer. Etagen-Klo, Zimmerservice? Selbermachen. Getränke hat der Automat, Zimmerendreinigung mit Besen und Kehrblech wie halt schon vor 50 Jahren.

Und 2017? Die Planung läuft.

 


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